visualh design '06
Header image header image 2  

Home / Aktuell / Benedikt XVI /

 
 

Aktuell

Papst Benedikt XVI

Ausstellung im Dilinger Saardom

Benedikt XVI.

Die Hände legen sich in die Szenerie aus Überblendungen. Seine Hände, sie bezeugen Tatkraft und Durchhaltevermögen seines zurückliegenden Lebens. Doch ein Finger trägt einen Ring. Und dieser Ring ist nicht reine Zierde, nein, es ist der Siegelring des Papstes. Und die Welt ist voll staunender Euphorie. Was vorher war, ist nicht mehr. Ein neuer Papst, Benedikt XVI. ist geboren. Goldtöne und durchschimmerndes Weiß dominieren die Gestaltung des Gemäldes. Die Farben sind selten deckend eingesetzt. Das Profil des Papstes ist gespiegelt, wenn auch zeitlich versetzt. Hier eher verschlossen, den Blick aufs Konzept gerichtet, dort eher offen den Blick den Menschen zugewandt.

Die Hände weisen, von links oben und rechts oben ins Bild kommend nach unten links und rechts unten. Sie bedeuten Zuspruch für alle? Sein rechter Zeigefinger bildet den aufstrebenden Schenkel eines Dreiecks, Symbol der Dreifaltigkeit. Er scheint dem gespiegelten Gegenüber gleichzeitig zu bedeuten, leise zu sein. Ein Papst muss Vieles bedenken, bevor er die Stimme erhebt. Die Welt klebt an seinen Lippen. Erwähntes Dreieck wird untermauert vom Pallium, dem Zeichen des Papsttums, das aus schlichter Schafwolle gearbeitet ist. Darauf fünf rote Kreuze für das Leiden Jesus am Kreuz. Goldene Nägel zieren Edelsteine und werden in einer Zeremonie durch die Kreuze im Pallium gesteckt. Die Mitra taucht drei mal auf, beide Papstprofile gewähren einen Durchblick auf die Fassade des Petersdoms; sind gleichzeitig Umrisslinie eines Christbaumes. Der Katholizismus lebt mit und von Inszenierung, trägt der Tatsache Rechnung, dass Menschen immer wieder fasziniert werden wollen und das Zentrum der Konzentration suchen. In Überblendung vor den Petersdom gesetzt, lässt sich der Papst ausmachen, wie er sich vis a vis dem Publikum auf seinem Thron präsentiert. Er ist illuminiert von Schwarz, Rot , Gold und spricht zu aller Welt. Sein Mikrofon kreuzt den erhobenen Zeigefinger. Überschneidungen, Überlagerungen bewirken Unruhe und Hyperkonzentration. Der Blick des Papstes bewegt sich hin und her , entgegen seiner ruhevollen Haltung. Auch der Blick des Betrachters kann nicht wirklich ausruhen, schweift hin und her, der Intellekt möchte einen klaren Gedanken fassen. Wird von der improvisierten, flüssigen Malweise verführt, angestoßene Gedanken auszuführen.

Hier liegt eine wichtige Aussage des Gemäldes. Sich einfinden in die vielen Gedankenwelten, immer wieder reflektieren und sich doch nicht aus dem Konzept bringen lassen. Dem Konzept der Liebe. Am Beispiel der altehrwürdigen Institution Papst können wir verfolgen, mit kritischem Verstand, was es heißt, auf Menschen zuzugehen. Zu seinem Wort stehen und sich immer weiter entwickeln - dem Evangelium liebevoller Streiter und liebevolle Streiterin sein.
Mike Mathes.

 





Galerie